Die Fleher Brücke in Nordrhein-Westfalen hat die größte Spannweite aller Spannseilbrücken Deutschlands – 368 Meter sind es über dem Strom. Auch ihr tragender Brückenpylon, ein Pfeiler aus Stahlbeton, ist mit einer Höhe von 145 Metern über dem Gelände der höchste im ganzen Land. Seit letztem Jahr wird die 1979 fertiggestellte Brücke nun instand gesetzt, denn bereits bei der Hauptuntersuchung im Jahr 2010 wurden Schäden an der Bausubstanz des Pylonen, sowie Abplatzungen, Hohlstellen, Risse und eine teilweise freiliegende Bewehrung festgestellt. Den Auftrag für die Instandsetzung erhielten sowohl die Firma Massenberg, als auch die Firma Teupe Gerüstbau, denn für die Maßnahme musste ein spezielles Gerüst konzipiert werden, das bis zum Pylonkopf reicht.

Die Aufbereitung der Brücke ist wichtig. Etwa 76.000 Fahrzeuge passieren die Brücke auf der A46 zwischen Düsseldorf und Neuss pro Tag. Das hohe Verkehrsaufkommen, sowie die dadurch verursachten Schadstoffe waren ebenso für die Betonschäden der Brücke verantwortlich, wie die Witterung. Um den Verkehr durch die Bauarbeiten möglichst wenig zu beeinträchtigen, montierte die Firma Teupe zunächst in zwei 28-stündigen Wochenend-Sperrpausen ein 1.400 Quadratmeter großes Stahl-Schutzdach über die gesamte Fahrbahnfläch.

Gerüst: 180 Tonnen Stahl und 60 Tonnen Holzbohlen

Die beiden Pylonschenkel wurden anschließend abschnittsweise von dem Unternehmen eingerüstet und komplett eingehaust. Transportbühnen und Lastenaufzüge sorgen dafür, dass sowohl Arbeiter, als auch Material sicher auf dem Gerüst transportiert werden. Die Einhausung und Einrüstung wurden im Mai diesen Jahres fertiggestellt. Insgesamt wurden mehr als 180 Tonnen Stahl und 60 Tonnen Holzbohlen verbaut.

Erst danach konnte die eigentliche Instandsetzung der Brücke durch die Firma Massenberg beginnen. Zunächst untersuchte der Fachbetrieb den Beton dafür noch einmal intensiv nach Abplatzungen, Rissen und Hohlstellen, um anschließend mit der Instandsetzung der Schäden zu beginnen. Dafür müssen zunächst die zu bearbeitenden Flächen mittels Hochdruckwasserstrahlen vorbereitet werden. Erst dann kann die eigentliche Instandsetzung der geschädigten Bereiche beginnen. Nach Abschluss dieser Arbeit erhält die gesamte Oberfläche noch ein Oberflächenschutzsystem in Form einer farbigen Beschichtung. Diese ist CO2-dicht und durchlässig für Wasserdampf. So ermöglicht sie der Brücke eine möglichst lange Beständigkeit bis zur nächsten Instandsetzung.

Umweltschutz wird bei der Instandsetzung großgeschrieben

Auch der Umweltschutz spielt auf dieser Baustelle eine wichtige Rolle. So wurde das Gerüst der Firma Teupe dicht mit Planen eingehaust. Innerhalb dieser Einhausung wird das Wasser, das von der Firma Massenberg zum Strahlen der Betonfläche eingesetzt wird, aufgefangen und kontrolliert auf die Höhe der Fahrbahn geleitet. Dort wird das Wasser aufbereitet und fachgerecht entsorgt. Für die Instandsetzung der Fleher-Brücke bewegt die Firma Massenberg insgesamt etwa zwei Millionen Liter Wasser. Die Arbeiten an der Fleher Brücke werden voraussichtlich Ende dieses Jahres abgeschlossen.