Interview mit Marco Götze, Vositzender der Bundesgütegemeinschaft „Instandsetzung von Betonbauwerken“ e.V. und Geschäftsführer der Tarkus IngenieurSanierung GmbH


© Tarkus IngenieurSanierung GmbH

Seit letztem Jahr gibt es das Informationsportal www.betoninstandsetzer.de. Initiator ist die Bundesgütegemeinschaft – Instandsetzen von Betonbauwerken e.V., deren Vorsitzender Sie sind. Mit welchem Ziel wurde das Portal ins Leben gerufen?
Unser Ziel ist es, den Bau-Fachbereich der Betoninstandsetzung jungen Menschen und bereits ausgebildeten Gesellen, die entsprechende Qualifikationen mitbringen, näher zu bringen. Wer einen klassischen Ausbildungsberuf wie Maurer, Betonbauer oder Maler erlernen will, weiß vielleicht gar nicht, dass er damit auch im Fachbereich Betoninstandsetzung (oft auch Betonsanierung genannt) arbeiten kann. Da die Auftragslage in dieser Branche sehr gut ist und die Betoninstandsetzung somit berufliche Chancen bietet, wollen wir darüber informieren.

Betoninstandsetzer/in ist also eine Spezialisierung innerhalb der Baubranche. Welche Voraussetzungen sollten Interessierte denn mitbringen?
Die Grundvoraussetzungen, um als Betoninstandsetzer arbeiten zu können, werden in den Ausbildungen zum Beton- und Stahlbetonbauer, Maurer, Maler/ Lackierer, Holz- und Bautenschützer sowie Bauwerksabdichter vermittelt. Wer also seine Ausbildung in einem Instandsetzungsbetrieb macht oder als Geselle der genannten Bauberufe dorthin wechselt, kann im Fachbereich Betoninstandsetzung arbeiten.

Welche Vorteile bietet denn die Arbeit in der Betoninstandsetzung jungen Handwerkern und gibt es Aufstiegschancen?
Das Tätigkeitsfeld Betoninstandsetzung bietet in erster Linie sehr vielseitige Aufgaben und wechselnde Einsatzorte, so dass Langeweile hier nicht aufkommen sollte. Beton wird als Baustoff weltweit am häufigsten eingesetzt und ist daher fast überall zu finden. Bauwerke aller Art von Kühltürmen, über Parkhäuser, Häuserfassaden mit Balkonen bis hin zu Tunneln und Brücken werden aus Beton gefertigt. Kommen diese durch Witterungseinflüsse irgendwann in die Jahre, müssen sie saniert bzw. instandgesetzt werden. Der Fachbereich Betoninstandsetzung bietet demnach viel Arbeit, die in der Tendenz immer weiter zunimmt.

Was zählt denn so zu den typischen Aufgaben eines Betoninstandsetzers?
Betoninstandsetzer kommen immer dann zum Einsatz, wenn es darum geht, Schäden an Betonbauwerken zu beheben und diese vor weiteren Beeinträchtigungen zu sichern. Meist werden diese Schäden durch Witterung verursacht, durch die Wasser in den Beton eingedrungen ist. Zuerst muss dazu natürlich eine gründliche Schadensanalyse durchgeführt werden und darauf aufbauend, die notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung beschlossen werden. Beschädigter Altbeton muss zunächst abgetragen werden, Bewehrungen dann entweder ausgetauscht oder mit Schutzschichten versehen werden und anschließend neuer Beton aufgetragen werden. Gegebenenfalls reicht es auch, im Beton entstandene Risse zu verpressen und kleinere Schadstellen auszubessern.

Lohnt sich die Arbeit in der Betoninstandsetzung denn auch finanziell?
Die Ausbildungsgehälter sind in der Baubranche am höchsten. Das lohnt sich also schon von Beginn an. Wer in einem Betrieb der Betoninstandsetzung arbeitet, startet als Berufseinsteiger nach der Ausbildung mit 2000-2900 € (brutto) und kann sich nach ein paar Jahren zum Vorarbeiter bzw. Kolonnenführer hocharbeiten. Der Vorarbeiter übernimmt die Verantwortung, dass alle Arbeiten der Baustelle fachgerecht überwacht und ausgeführt werden. Dazu ist zusätzlich ein SIVV-Schein notwendig. Kolonnenführer verdienen bis zu 3600 Euro brutto im Monat. Wer noch weiter gehen möchte, kann aber auch eine Meisterprüfung ablegen und so ggf. auch einen eigenen Betrieb gründen.

Wie bewerten Sie die Chancen der Betoninstandsetzung in der Zukunft?
Aus Sicht eines Arbeitnehmers ist es ganz klar eine wachsende Branche, getreu nach dem Motto unserer Informationsplattform: “gebaut wird viel, instandgesetzt wird noch viel mehr”. Auch aus Sicht eines Arbeitgebers sehe ich viele Chancen. Die Auftragslage ist, vor allem in Bezug auf notwendige Maßnahmen zur Erhaltung der Infrastruktur Deutschlands, vielversprechend und zukunftssicher.