3D-Druck ist im Trend: Die neue Technologie hat in den letzten Jahren viele Anhänger gewonnen. Die Herstellung einer großen Bandbreite an Objekten mit den unterschiedlichsten Formen und Materialien ist durch den 3D-Drucker um einiges einfacher geworden. Auch mit Beton wird experimentiert: Bis Mai 2019 soll im niederländischen Eindhoven zum Beispiel die erste Wohnsiedlung mit Betonhäusern aus dem 3D-Drucker entstehen:

Wie funktioniert der 3D-Druck mit Beton?
Für die Wände wird der Beton durch den Druckkopf gepresst und Schicht für Schicht aufgetragen. Entwicklerteams auf der ganzen Welt forschen an den effizientesten Verfahren für 3D-Druck mit Beton: Ein Ansatz der Technischen Universität München beschreibt das selektive Binden, bei dem eine Mischung aus Zement und Wasser eine dünne Sandschicht tränkt. Am Ende bleibt nach dem Abbinden aller Schichten die Betonstruktur übrig. Eine zeitsparende Alternative bietet das Extrusions-Verfahren, bei dem bereits die fertige Betonmischung genutzt werden kann. Dieses Verfahren ist zurzeit das gängigste beim 3D-Druck mit Beton.

Was sind die Vorteile dieser Technologie?
Der 3D-Druck für Beton wird als Revolution gehandelt. Der Hausbau wird um ein Vielfaches beschleunigt und ist schonender für die Umwelt, weil beim Drucken Ressourcen gespart werden. Außerdem sind der Fantasie der Architekten weniger Grenzen gesetzt: Rechte Winkel sind beispielsweise nicht mehr notwendig. Aber Betonbauten aus dem 3D-Drucker können auch zweckdienlich sein: Im August entstand in den USA innerhalb von nur 40 Stunden eine komplette Militärkaserne aus dem 3D-Drucker.

Wie sieht es in Deutschland aus?
Auch in Deutschland sehen Forscher und Unternehmen enorm großes Potenzial für den 3D-Druck mit Beton. Allerdings sind sie zurzeit noch abwartend: Aufgrund höherer Standards und Auflagen bei den Baumaterialien ist das 3D-Druckverfahren für Beton hierzulande noch nicht für die Massenproduktion von Gebäuden geeignet. Forscher arbeiten konzentriert an innovativen Ansätzen um das Potenzial für den Bau mit Beton aus dem 3D-Drucker auch in Deutschland voll auszuschöpfen. Aller Vorteile der modernen Technologie zum Trotz: Die Betoninstandhaltung bleibt notwendig, um Abnutzung vorzubeugen und Schäden auszubessern – und dafür brauchen wir weiterhin Fachkräfte, keine Drucker!