Das Betonschiff

Beton ist ein vielseitig einsetzbarer Baustoff, er wird seit Jahrhunderten als Material bei der Konstruktion von Häusern, Brücken, Tunneln und in vielen anderen Gebieten eingesetzt. Grundsätzlich gibt die Natur alle Zusätze zur Produktion von Beton her, doch durch unterschiedliche Kombinationen der einzelnen Rohstoffe kann der Baustoff den jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Durch die Beigabe von Stahl kann beispielsweise eine besonders hohe Stützweite erzeugt werden, die bei Brückenträgern unerlässlich ist. Doch wie kann ein Stoff, der in der Lage ist hunderte Tonnen von Stein und Stahl zu tragen und zu verbinden, beim Bau eines Schiffes verwendet werden?

Ein Schiff aus Beton - Die Frage die sich wohl jeder bei dieser Kombination stellt: Muss dieses Schiff nicht zwangsläufig untergehen? Durch das Verdrängen des Wassers erhält ein Schiff Auftrieb und da die Dichte eines Schiffes geringer ist, als die des Wasser, geht es nicht unter. Dieses archimedische Prinzip findet seit fast zweihundert Jahren Verwendung im Ingenieurszweig des Schiffbaus. Das erste Schiff mit einem Rumpf aus Beton wurde von dem Franzosen Joseph-Louis Lambot gebaut, resultierend aus einer Stahlknappheit. So konnten auch die Kosten beim Bau reduziert und die Boote aus Beton wirtschaftlich in Serie fabriziert werden. Durch die Rümpfe aus dem robusten Material erreichten die Schiffe eine deutlich längere Lebensdauer als ihre Kollegen aus Holz oder reinem Stahl. Beton widersteht der Witterung durch Gewässer, denn es ist weder in Gefahr durch Feuchtigkeit seine Tragfähigkeit zu verlieren, noch kommt es zu Rostschäden. Kleinere Boote aus Stahlbeton erwiesen sich somit als kostengünstiger und langlebiger. Bei größeren Schiffen zeigte sich jedoch, dass die Manövrierfähigkeit unter den Ausmaßen des Schiffes leidet. So erfreuten sich die großen Schiffe zunächst nur einer mäßigen Nachfrage. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs, als Stahl extrem knapp war, wurde die Architektur der Schiffe neu überdacht, die Schalenbauweise mit dem bereits bewährten Beton-Rumpf erwies sich als richtungweisend für große Schiffe.  

Seit dem Ende der 1960er Jahre breitete sich ein neuer Trend in den USA aus: Der Bau von Kanus aus Beton. Ende der Siebziger schwappte die Idee auch nach Deutschland, eigens für diese Art von Sportbooten wurde eine Betonkanu-Regatta ins Leben gerufen, die 2017 zum 16. Mal stattfinden wird.

Es zeigt sich also, dass sich der Baustoff Beton in vielen Anwendungsbereichen finden lässt, denn es kommt auf seine Zusammensetzung und Verbauung an: Vom Frachtboot mit mehreren Tausend Tonnen Gewicht, bis zum wendigen und schnellen Kanu. Die Betoninstandsetzung widmet sich dann dem Erhalt der geschaffenen Werke.

Bildmaterial: Von Jorune - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

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