Fassaden sind verschiedensten Witterungseinflüssen ausgesetzt. Balkone werden durch ihre exponierte Lage dabei besonders von Wind, Regen, UV-Strahlung und wechselnden Temperaturen beansprucht. Durch Instandsetzungsmaßnahmen können daraus resultierende Sicherheitsprobleme behoben werden. Am Beispiel einer denkmalgeschützten Wohnanlage in der Händelallee im Berliner Hansa-Viertel lässt sich das Prozedere beschreiben.
Ist der Oberflächenschutz durch Witterungseinflüsse nicht mehr ausreichend, kommt es häufig zur sogenannten Karbonatisierung des Betons. Dabei baut sich die schützende Alkalität des Betons ab. Wenn dann noch Feuchtigkeit an den Betonstahl gelangt, korrodiert dieser und sein Volumen vergrößert sich. Dadurch wird die Betonoberfläche gelockert und abgesprengt. Werden die Schäden nicht fachgerecht beseitigt, können Standsicherheitsprobleme und die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch herausbrechende Betonteile die Folge sein.
Durch umfassende Instandsetzungsmaßnahmen konnte die Original-Bausubstanz der Loggien und Balkone an der vom Architekten Walter Gropius geplanten, denkmalgeschützen Wohnanlage im Berliner Hansa-Viertel erhalten werden.
Gropius-Bau mit Denkmalschutz
Der deutsche Architekt Walter Gropius (* 18. Mai 1883 in Berlin; †5. Juli 1969 in Boston) war Gründer des Bauhauses. 1952 setzte sich der Entwurf der Architektengemeinschaft „The Architects Collaboratives" unter Führung von Walter Gropius zum Wiederaufbau des Hansa-Viertels gegen 53 Architekten aus 13 Ländern in einem Architekturwettbewerb durch. 1957 wurde die Planung der Wohnanlage als eines von 35 Gebäuden im Rahmen der Internationalen Bauausstellung „Interbau" umgesetzt.
Seit 1980 ist das Gebäude in der Denkmalliste Berlins eingetragen und besitzt einen leicht bogenförmigen Grundriss mit Abmessungen von etwa 82 Ã-- 10 m. Es verfügt mit einer Höhe von ungefähr 29 m über zehn Geschosse ohne Unterkellerung. Der Gesamtkomplex besteht aus vier, durch Dehnungsfugen getrennten, Baukörpern. Charakteristisch ist die schachbrettartige Südfassade. Von außen sind die Stahlbetonstützen und Deckenränder sichtbar und gliedern die Fassadenstruktur: jeweils zwei neben- und übereinander liegende Flächen als durchlaufende Fensterbänder im Wechsel mit zwei neben- und übereinander angeordneten Balkonen.
Schadensaufnahme
Grundlage für die Instandsetzung war eine ausführliche Bauwerksuntersuchung und ein darauf basierendes Instandsetzungskonzept. Man stellte Horizontalrisse im Außenputz fest, die auf große Windbelastungen und Verformungen durch Temperatureinwirkungen zurückzuführen waren. Im Erdgeschoss fanden sich massive Korrosionsschäden an den Stützen, die die Bodenplatte der darüber liegenden Wohnungen tragen. Ebenso betroffen waren die Vorder- und Unterseiten der Loggia-Platten. Die Fußböden der Loggien waren in gutem, nicht sanierungsbedürftigem Zustand.
Maßnahmen
Untersuchungen der Loggia-Platten ergaben, dass die Stahlbewehrung noch ausreichende Tragsicherheit gewährleistete. Deshalb wurde die vorhandene Bewehrung erst freigelegt, dann entrostet und mit einem Korrosionsschutz versehen. Der entfernte und zum Teil verwitterte, herausgebrochene Beton der Fassade und Erdgeschossstützen wurde wieder ersetzt. Nicht mehr funktionsfähige Beläge, Abdeckungen und Dichtungen wurden entfernt und erneuert.
Jetzt erstrahlt das Gebäude der Händelallee in altem Glanz. Die Instandsetzung der Fassade des denkmalgeschützten Gropius-Baus hat damit die Zukunft des Gebäudes, auch hinsichtlich seiner architektonischen Geschichte, gesichert.
Bildquelle: © Tarkus IngenieurSanierung GmbH, Berlin
Text: nach Material von Rita Jacobs













