Beton ist einer der beliebtesten Baustoffe der Welt und kann vielseitig eingesetzt werden. Das beweist auch eine neue Nutzung des Materials, die immer häufiger Verwendung findet: Lichtbeton. Während dieser Spezialbeton am Tag noch wenig spektakulär aussieht, wird er seinem Namen bei Dunkelheit gerecht und leuchtet dank rückseitig platzierter LED-Leuchten, die den Beton von innen anstrahlen und durch lichtleitende Glasfasern im Beton auch von außen zur Geltung kommen.

Auf diese Weise können die leuchtenden Bauwerke für eine besondere Atmosphäre sorgen. So wird das Material beispielsweise in der Obermaintherme im bayerischen Bad Staffelstein eingesetzt. Dort wurde eine Grotte gebaut, die in ihrer Form einem Salzkristall gleicht. Dieser Salzkristall ist von unten aus beschwimmbar und wird von innen und außen beleuchtet. Aufgrund des hohen Salzgehalts im Wasser wurde der Beton und die Leuchtelemente hier mit einem speziellen Schutz vor Meerwasser versehen.

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Pionierprojekt in jordanischer Hauptstadt

Aber auch bei dem Bau einer Bankfiliale in der jordanischen Hauptstadt Amman wurde Lichtbeton verwendet. Hier wurden die Betonplatten erstmals als freitragende Wände installiert und nicht als Teil einer vorgehängten Fassade. Eine architektonische Besonderheit des Gebäudes ist zudem das transluzente Treppenhaus. Durch die Sonneneinstrahlung sowie die Beleuchtung bei Nacht können Betrachter von Außen die Schattenbilder der Personen im Treppenhaus sehen. Auch die Tresen im Lobby- und Empfangsbereich sowie die Geldautomatenbereiche wurden mit einer Lichtbetonwand ausgestattet. Lichtbeton eignet sich also durchaus auch für innenarchitektonische Elemente.

Funktionale Verwendung: Leuchtender Beton für einfahrende Züge

Das neuartige Material kann aber auch funktional eingesetzt werden: Das deutsche Startup SIUT hat sich beispielsweise auf im Beton integrierte optische Leitsysteme für Bahnhöfe spezialisiert. Dadurch kann die genaue Haltestelle des Zuges, die Position der Türen sowie Warnungen bei Zugdurchfahrten am Boden angezeigt werden. Somit kann das Ein- und Aussteigen an den Bahnhöfen optimiert und die Sicherheit der Fahrgäste erhöht werden. Aktuell wird das System an S-Bahnhöfen in Stuttgart und Berlin von der Deutschen Bahn getestet.

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