Das Jahr 2019 Jahr steht für Anhänger moderner Kunst und Architektur ganz im Zeichen des Bauhaus-Jubiläums: Vor 100 Jahren gründete Walter Gropius eine der berühmtesten Kunstschulen - das Bauhaus. Das Ziel der neuen Bewegung war es, Kunst und Handwerk zu verbinden und somit soziale Unterschiede aufzuheben. Das Bauhaus entwickelte sich zur bedeutendsten Lehreinrichtung für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert. Maßgebend für das Design ist, dass Architektur und  Gegenstände eine Funktion haben, die so auch zu erkennen ist. Charakteristisch ist besonders der experimentelle Stil, der sich an den industriellen Herstellungsprozess anlehnte.

Typische Merkmale des Bauhaus-Stils
Die Bauten der Bauhaus-Schule sollten funktional und schnörkellos sein und wirken zeitlos modern. Heutzutage werden bestimmte Eigenschaften mit der Architektur der Bauhaus-Epoche assoziiert. Dazu gehören vor allem die würfelartige Form, das Flachdach, und eindeutig proportionierte geometrische Formen. Als Grundfarben dienen Gelb, Blau und Rot, sowie Weiß und Schwarz. Bei Häusern gelten nach innen verlegte Stützen und um die Ecke reichende Fensterfronten als charakteristisch.

Stahlbeton als richtungsweisendes Element
Neben Glas und Stahl zählte auch Stahlbeton zu den beliebtesten Materialien der Bauhaus-Architektur. In der sogenannten Skelettbau-Konstruktion beispielsweise wurde das Gerüst eines Hauses zuerst aus Stahlbeton errichtet und im nächsten Schritt mit einer Fassade verkleidet, die wie ein Glasvorhang wirkte. Dank des Stahlbetons mussten keine Mauern mehr errichtet werden, da die Decken durch einzelne Pfosten getragen wurden. Somit stand der freien Anordnung von Wänden nichts im Wege.

Berühmtes Beispiel: Bauhausgebäude Dessau
Der Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau zählt als revolutionäres Meisterwerk der Moderne. Das Bauhaus war zunächst in Weimar ansässig, musste allerdings aufgrund sinkender politischer Unterstützung umziehen. In Dessau fand die Ideenschule indes eine neue Heimat. Das weltberühmte Bauhausgebäude wurde daher zunächst als Hochschule errichtet. Die Architektur des 1925/26 entstandenen Bauwerkes vereint alle Merkmale des Bauhaus-Stils.

Dem Gebäude kommt aber nicht nur wegen der Verwirklichung des besonderen Architekturstils eine große gesellschaftliche Bedeutung zu, sondern vor allem auch wegen seiner Funktion als Hochschule: Im Inneren der Glasfassade haben die Vertreter der Bauhaus-Bewegung einflussreiche Ideen für Design, Kunst und Architektur entwickelt, die im 20. Jahrhundert eine bahnbrechende Wirkung entfachten und noch heute relevant sind.

Instandsetzung: Bauhaus für die Nachwelt erhalten
1933 wurde das Bauhaus von den Nazis geschlossen. Viele der Mitglieder gingen daraufhin ins Ausland. Doch ihre Bauwerke in Deutschland blieben bestehen. Einige von ihnen kamen im Zweiten Weltkrieg zu großem Schaden und wurden in der Nachkriegszeit umfunktioniert. Das Bauhausgebäude in Dessau beispielsweise wurde zuerst 1976 umfassend rekonstruiert. 20 Jahre später fiel der Beschluss für eine weitere Generalsanierung. Diese ist seit 2016 abgeschlossen. Um die bedeutenden Bauwerke der Bauhaus-Ära für die Nachwelt zu erhalten, ist daher eine regelmäßige Instandsetzung ein absolutes Muss!