In diesem Herbst begeht Deutschland das 30. Jubiläum des Falls der Berliner Mauer. Doch während die Bevölkerung die Wiedervereinigung feiert, herrschen auch 30 Jahre nach dem Mauerfall noch markante Unterschiede zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern. Diese sind vor allem in der Wirtschaft zu spüren. Der Bauindustrieverband Ost e.V. (BIVO) hat im Schwarzbuch Bauwirtschaft - Zukunft der Fachkräftesicherung untersucht, wie es um die Baubranche bestellt ist. Die Ergebnisse einer Befragung von Bauunternehmen aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin zeigen, dass der Fachkräftemangel in den ostdeutschen Bundesländern ein ausgesprochenes Problem darstellt. Wir fassen zusammen, warum Du in den neuen Bundesländern als Betoninstandsetzer besonders gefragt bist:

Demografischer Wandel: Die größte Herausforderung für die Branche
Nach der Wende gingen überproportional viele Menschen in den Westen. Die Zahl derer hingegen, die in die neuen Bundesländer kamen, war wesentlich geringer. Diese Abwanderung hat weitreichende Folgen: Das Alter der Beschäftigten in der Baubranche   liegt weit über dem Durchschnitt, und der Mangel an Nachwuchskräften beeinträchtigt den nötigen Generationswechsel. In den ostdeutschen Bundesländern ist die Situation daher um einiges gravierender. Der Bauindustrieverband Ost erwartet, dass ab dem Jahr 2020 doppelt so viele Arbeitnehmer wie 2019 das Bauhauptgewerbe in Ostdeutschland aus Altersgründen verlassen werden. Gleichzeitig schätzt der Verband, dass in den nächsten zehn Jahren 6.000 Bauunternehmer in den Ruhestand wechseln werden. Die jeweiligen Firmen stehen dementsprechend vor der Aufgabe, die Nachfolge zu klären.

Mitarbeiter werden händeringend gesucht
Nicht nur die Betoninstandsetzung, sondern das Baugewerbe generell gehört zu den Branchen, die auf eine hohe Zahl an Fachkräften angewiesen sind. Gerade in Ostdeutschland ansässige Unternehmen haben akuten Bedarf an Mitarbeitern und leiden unter einem Mangel an Bewerbern. Als Folge bleiben viele Stellen unbesetzt. Laut der BIVO-Befragung schaffte es nur jedes dritte ostdeutsche Bauunternehmen im vergangenen Jahr, die unterschiedlichen Qualifikationen, die für die Bautätigkeiten benötigt werden, mit der Stammbelegschaft abzudecken. Nur jedem siebten Unternehmen gelang es im Jahr 2018, zusätzliche Mitarbeiter zu Zeiten der Hochkonjunktur einzustellen.

Motiviert? Beste Chancen auf einen Ausbildungsplatz
Im Ausbildungsjahr 2018/19 konnte nur die Hälfte der Unternehmen im ostdeutschen Bauhauptgewerbe ihre gesamten Ausbildungsplätze vergeben. Die Zahl der Auszubildenden müsste jedoch während der nächsten zehn Jahre jährlich steigen, um den erwarteten Bedarf an Arbeitnehmern bis zum Jahr 2030 vollständig über die eigenen Auszubildenden abzudecken. Die Nachfrage nach Betoninstandsetzern ist also entsprechend hoch. Interessierst Du Dich für diesen Beruf mit Perspektive? Erfahre mehr und starte durch!