In vielen handwerklichen Berufen herrscht ein Fachkräftemangel, denn ihr Ruf ist häufig nicht der beste. Dabei wird die Arbeit gut bezahlt, bietet viele Aufstiegschancen und ist zukunftssicher. Doch nur selten lernen Jugendliche bereits in der Schulzeit handwerkliche Arbeit kennen und werden über dessen Vorteile aufgeklärt. Genau das will das berufliche Gymnasium im brandenburgischen Falkenberg nun ändern und bietet im kommenden Schuljahr das Handwerker-Abitur an. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Cottbus, dem Brandenburger Bildungsministerium sowie den brandenburgischen Oberstufenzentren will die Schule Jugendliche ab der 11. Klasse auf die Lehre in handwerklichen Berufen vorbereiten.

Dafür erlernen die Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe im Schwerpunkt Wirtschaft bereits zwei Komponenten der Meisterausbildung. Dadurch können sie nach einer anschließenden, verkürzten Lehre im Handwerk schneller als hochqualifizierte Jungmeister in handwerklichen Betrieben einsteigen. Den Schülern ermöglichen diese Zusatzqualifikationen also einen schnellen Aufstieg im Beruf, während die Betriebe von den erweiterten Kenntnissen ihrer Nachwuchsmitarbeiter profitieren.

Neben dem theoretischen Unterricht soll den Schülern in Falkenberg daher auch die praktische Arbeit näher gebracht werden. Dafür sollen die Jugendlichen im Rahmen eines Praktikums erste Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig können die Schüler auf diesem Weg das Gewerbe kennenlernen und Kontakte mit relevanten Unternehmen knüpfen.

Insgesamt hat das Handwerker-Abitur in Falkenberg das Potential, als bundesweites Vorzeigeprojekt für die Nachwuchsförderung im Handwerk zu brillieren. Allerdings müssen die Schülerinnen und Schüler der Region dafür bereits vor der 11. Klasse an handwerkliche Berufe herangeführt werden, um ein Interesse für die Branche zu entwickeln und sich für eine berufliche Zukunft im Handwerk zu entscheiden.