Beton ist der beliebteste Baustoff der Welt und wird längst nicht mehr nur für klassische Hochhausbauten verwendet. Viele renommierte Architekten nutzen Beton, um Außergewöhnliches zu schaffen. So auch der japanische Architekt Kengo Kuma, der unter anderem für das neue Design-Museum in Dundee verantwortlich ist, das im September diesen Jahres eröffnet wurde.

2.500 Betonplatten bilden die Fassade des architektonischen Meisterwerks

Das 90 Million Euro teure Gebäude besteht aus zwei umgekehrten Pyramiden aus Stahl und Beton. Die Besonderheit des Gebäudes stellt dabei seine Fassade dar. An dieser wurden 2.500 unterschiedlich lange Betonplatten in einem unregelmäßigen Abstand horizontal angerichtet. Die Platten verbinden die zwei Pyramiden im ersten Stock und formen so ein zusammengehöriges Gebäude. Diese Anordnung führt zu einer Bildung von Schatten und soll die schroffen Kliffs der schottischen Küste darstellen. Beton eignet sich für diese Art der Konstruktion besonders gut, da er leicht formbar und stabil ist. An einer Seite ragt der Bau mit seiner Spitze in den angrenzenden Fluss hinein und soll so neben der Küste ein Schiffswrack symbolisieren. Rund um das Gebäude wurden zudem Teiche angelegt, in denen sich das Museum spiegeln kann.

In das Museum wurde ein großes horizontales Loch eingebaut. Dieses entsteht durch den Abstand zwischen den zwei Pyramiden. Dieses Loch soll eine Verbindung zwischen der Union Street, der durch die Altstadt verlaufenen Hauptstraße und der Landschaft des Flusses Tay, schaffen. Da das Museum das neue kulturelle Zentrum von Schottland werden soll, ist die Verbindung von Umwelt und Gesellschaft ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes.

Im Inneren des Museums wurden Holzbretter in unterschiedlichen Winkeln aufgestellt. Zusammen mit der offenen Halle mit Ausblick auf das Wasser soll damit ein neuer kultureller Begegnungspunkt geschaffen werden.

Zeitgenössische Kunst, schottisches Design und wechselnde Ausstellungen

Natürlich bietet das Gebäude auch genug Flächen für wechselnde Ausstellungen. Zudem werden dauerhaft zeitgenössische Kunst und Design aus Schottland ausgestellt. Und wer weiß: Vielleicht wird es in dem Gebäude ja eines Tages auch eine Ausstellung mit Beton-Kunstwerken geben. Denn auch in der Kunst wird Beton immer beliebter.