Damit auf deutschen Baustellen Betoninstandsetzungsarbeiten qualitäts- und sicherheitsgerecht ausgeführt werden, muss jedes beauftragte Unternehmen sicherstellen, dass der verantwortliche Facharbeiter einen SIVV-Schein nachweisen kann. Meist ist das der Kolonnenführer oder der Polier, also ein Facharbeiter in Vorarbeiter-Position. SIVV-Lehrgänge (SIVV = Schützen, Instandsetzen, Verbinden und Verstärken von Betonbauteilen) werden nach bundesweit einheitlichen Standards von zertifizierten Ausbildungszentren durchgeführt, um die Qualität im Bereich der Betoninstandsetzung sicherzustellen. Du willst auch einen SIVV-Schein machen? Hier erfährst Du die wichtigsten Fakten dazu im Überblick.
Die wichtigsten Fakten zum Lehrgang:
- Ziel des theoretischen und praktischen Lehrgangs ist der Nachweis ausreichender Kenntnisse und Fertigkeiten in der Verarbeitung von Kunststoffen sowie von kunststoffmodifizierten Zementmörteln zum Schützen, Instandsetzen und Verstärken von Betonbauteilen.
- Der Nachweis dieser Befähigung ist u.a. eine Voraussetzung für die Ausführung von Instandsetzungsarbeiten nach ATV DIN 18349, ZTV-ING bzw. nach der Instandsetzungs-Richtlinie. Der Lehrgang schließt mit einer schriftlichen und ggf. mündlichen Prüfung ab.
- Die Abschlussprüfung besteht aus 40 Prüfungsfragen, die in 3 Stunden zu beantworten sind. Wenn Du 70% der Fragen richtig beantwortest, hast Du die Prüfung bestanden. Liegst Du mit den Antworten nur zu 60 bis 70% richtig, kannst Du unmittelbar anschließend an einer mündlichen Prüfung teilnehmen. Bei weniger als 60% richtiger Antworten ist die Prüfung nicht bestanden.
- Die Zielgruppe der SIVV-Lehrgänge sind vorrangig Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer, Maler und Lackierer sowie Holz- und Bautenschützer also Fachpersonal mit einschlägiger Berufserfahrung. Meister, Poliere, Bautechniker, Bauingenieure und Bauleiter können ebenfalls teilnehmen.
- Zulassungsvoraussetzungen: Zugelassen werden Personen, die mindestens eine dreijährige Berufspraxis in der Verarbeitung von Beton oder Betoninstandsetzungsprodukten nachweisen können und einen SIVV-Vorkurs absolviert haben. Die Zulassung erfolgt nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung des SIVV-Ausbildungsbeirates.
- Im SIVV-Vorkurs, der im Zusammenhang mit dem SIVV-Lehrgang unmittelbar davor stattfindet, werden die Regelwerke sowie Themen der Baustoffkunde und Betontechnologie vermittelt. Der Vorkurs dauert 2 Tage und schließt mit einer kleinen Vorprüfung ab.
- Über die bestandene Prüfung des SIVV-Lehrgangs erhält der Prüfungsteilnehmer eine nummerierte Bescheinigung des Ausbildungsbeirates Verarbeiten von Kunststoffen im Betonbau, die als Nachweis der Fachkunde vom Auftraggeber gefordert wird. Spätestens innerhalb von drei Jahren ist eine zweitägige Weiterbildung (Aufschulung) erforderlich. Auch hierbei ist als Abschluss eine kleine Prüfung abzulegen.
- Der Lehrgang wird von zertifizierten Ausbildungszentren an 15 Standorten bundesweit durchgeführt. http://www.bgib.de/termine_weiterbildung.php
- Lehrgangsdauer: mind. 10 Tage und bis zu 2 Wochen
- Die Kosten des Lehrgangs betragen pro Teilnehmer ca. 1.500 - 2000 EUR. (Die Kosten werden in der Regel vom Betrieb übernommen. Die Gesamtkosten variieren durch die unterschiedlichen Leistungen wie z.B. Lehrgangsunterlagen, Verpflegungsangebote und ggf. Übernachtungsmöglichkeiten.)













