Jeden Tag fahren unzählige Autos und Lastwagen über Brücken. Sie sind eine wichtige Verkehrsader, daher ist eine ständige Kontrolle unumgänglich. Laut des Bundesverkehrsministeriums gibt es in Deutschland allein rund 39.500 Brücken an Bundesfernstraßen, wobei der Großteil dieser Brücken schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Schäden und Mängel stehen daher häufig auf der Tagesordnung. In der Vergangenheit kam es schon zu Brückeneinstürzen, aber auch heute kann das noch passieren. Erst Anfang April dieses Jahres stürzte die Brücke Albiano Magra im Nordwesten Italiens ein. Zum Glück gab es nur einen Leichtverletzten. In Deutschland wird die Sicherheit der Brücken zwar regelmäßig inspiziert, aber die gewohnten Ansätze dafür sind nicht immer optimal. Eine neue, innovative Lösung besteht darin, Brücken mithilfe von Drohnen zu überprüfen.

Fliegende Hilfe
Bei Brückenprüfungen können Drohnen die Arbeit für Betoninstandsetzer um einiges erleichtern und verbessern. Konventionelle Verfahren können dadurch größtenteils abgelöst werden, was bedeutet, dass das ausführende Unternehmen auf Gerüste, Abseilen oder spezielle Hebebühnen auf LKW-Basis verzichten kann. So werden weder die beteiligten Mitarbeiter noch sich in der Nähe aufhaltende Personen gefährdet. Außerdem ist die Drohne schnell und fast überall einsatzbereit. Besonders vorteilhaft ist, dass Drohnen auch an schwer zugängliche Stellen von Brücken gelangen können. Das bedeutet aber nicht, dass die Fachkräfte überflüssig werden, denn eine Drohne muss während der Inspektion natürlich von jemanden gesteuert werden. Wenn noch kein Know-how vorhanden ist, bietet es sich an, die eigenen Mitarbeiter im Umgang mit Drohnen zu schulen.

Drohnen sorgen für eine unkomplizierte Inspektion
Dank des Einsatzes von Drohnen sparen Betriebe nicht nur Zeit und Kosten ein, sondern bekommen dafür sogar hochauflösendes Bildmaterial, das sich archivieren lässt und außerdem jederzeit verfügbar ist. Es besteht auch die Möglichkeit einer Livebild-Übertragung. Die Aufnahmen sind zudem beliebig wiederholbar. Während der Inspektion muss die Brücke nicht einmal gesperrt werden: Der Verkehrsfluss wird also nicht beeinträchtigt.
Schäden wie Risse und unbekannte Hohlräume werden durch die digitale Auswertung der Aufnahmen schnell erkannt und können somit rechtzeitig behoben werden, selbst in großen Höhen. Dadurch lassen sich auch die Kosten von Brückeninstandsetzungen reduzieren, denn je fortgeschrittener die Schäden an einer Brücke sind, desto kostspieliger fällt die Instandsetzungaus. Ein fortgeschrittener Schaden bringt für die Instandsetzung außerdem eine größere Baustelle und Beeinträchtigung des Verkehrs mit sich.

Drohnenkauf - Ja oder nein?
Die Anschaffung einer Drohne für Brückeninspektionen ist eine nicht ganz günstige Investition. Abhängig von dem Funktionsumfang und der Bildqualität können Kosten zwischen 2.000 und 15.000 Euro anfallen. Diese Anschaffungskosten sind jedoch einmalig. Die Folgekosten, wie beispielsweise für Pflege und Wartung, sind hingegen erschwinglich. Alternativ können Drohnen für Inspektionen auch gemietet werden, bei Bedarf inklusive einem geschulten Personal.

Die Drohnen-Technik entwickelt sich schnell weiter und bietet viele Einsatzmöglichkeiten. Besonders bei Inspektionsflügen für Brücken ist eine Drohne sinnvoll. Beton ist eines der Hauptmaterialien, das beim Brückenbau verwendet wird. Durch die Ergebnisse der Inspektion mit der Drohne kann die Betoninstandsetzung bei Brücken jetzt und in Zukunft effizienter geplant und durchgeführt werden.