Der Baustoff Beton wird aufgrund seiner Beliebtheit in verschiedenen Gebäudetypen verwendet. Dementsprechend vielseitig ist auch der Arbeitsplatz des Betoninstandsetzers. Neben der Instandsetzung von Wohnhäusern, Kirchen, Parkhäusern oder Skateparks zählen häufig auch Geschäftshäuser zum Einsatzgebiet eines Betoninstandsetzers.

Ein solches Geschäftshaus in der Kölner Innenstadt setzte die Firma BIB-Bau unter besonderen Voraussetzungen wieder instand. Das Gebäude, das längere Zeit als Bekleidungsgeschäft diente, sollte an die modernen Gegebenheiten angepasst werden. Wichtig war dabei, dass es nicht zur Störung des Geschäftsbetriebes der anderen ansässigen Parteien kommen durfte, die rund um die Uhr Kunden in ihren Verkaufs- und Gastronomiebereichen empfangen.

Die vorhandene Bausubstanz des Gebäudes stammte ursprünglich aus dem frühen 20. Jahrhundert und wurde nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges aufgearbeitet. Zudem wurden in den 1970er Jahren diverse Nachrüstungen vorgenommen. Die neuen Gestaltungsvorgaben beinhalteten u. a. Stahlverstärkungen der Decken zur Erhöhung der Verkehrslast während des Geschäftsbetriebes, die Erschließung neuer Eingänge, Treppen und Aufzüge, die Anpassung der vorhandenen Stützenraster an die architektonische Gestaltung, die Neustrukturierung eines transparenten Treppenraumes, die Schaffung diverser Versorgungswege sowie die Entfernung der zuvor erforderlichen Decken-Verstärkung, um den Blick auf die historischen Bogenfenster freizumachen.

Um diese Vorgaben unter Beibehalt der geschützten Fassade und der historischen Bauteile umzusetzen, war eine Instandsetzung ebenso erforderlich wie der Schutz und die Verstärkung vorhandener Bauteile, der Ausbau von nicht verwendeten Bauteilen und die Verbindung der ertüchtigten Bestandssubstanz mit neuen Bauteilen.

Dafür wurden unter anderem 19 Stahlbetonstützen mit einer Höhe von bis zu 4,5 Metern sowie die 13 Meter hohen Natursteinstützen der Außenfassade verstärkt, etwa 650 Quadratmeter Stahlbeton-Rippendecken und Unterzüge ersetzt und ein neuer Ringbalken als Bindeglied zwischen der Natursteinfassade und der Deckenscheibe hergestellt. Zudem wurde eine ca. 15 Meter hohe Stütze aus Stahlbeton ausgebaut und die dabei umzuleitenden Kräfte in eine neu eingebaute Ersatzstütze im Stützenraster über einen Fachwerkrahmen umgeleitet.

Der gesamte Umlastungsvorgang dauerte etwa fünf Tage und während der gesamten Zeit wurde der Geschäftsbetrieb unter Wahrung der Sicherheit aufrechterhalten. Die kritischen Phasen, wie das Vorspannen und Vorpressen der auszubauenden Stütze sowie das Trennen der Bauglieder und der Umlastungsvorgang wurden außerhalb der Geschäftszeit ausgeführt. Aus Platzgründen wurden etwa 1700 Quadratmeter Feuerschutz der Stahlkonstruktion F90 mit einem Coating im Airless-Spritzverfahren ausgeführt.

Insgesamt dauerten die Arbeiten knapp ein Jahr und wurden im Dezember 2016 fertiggestellt und erfolgreich an den Eigentümer übergeben. Heute wird das Geschäftshaus durch einen namhaften Weltkonzern als Geschäft zur Vermarktung von hochwertiger Elektronik genutzt.